Holzernte im Sommer

Neben dem Holzbedarf der Industrie gibt es mehrere gute Argumente für eine Schlägerung im Sommer.

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© John Deere
Die Holznutzung im österreichischen Wald betrug 2016 16,76 Millionen Erntefestmeter (Efm) ohne Rinde und liegt daher ca. 4,5 % unter dem Vorjahreswert. Das zeigen die Daten des österreichischen Holzeinschlages 2016, die im Mai veröffentlicht wurden. Die Österreichische Holzindustrie (Sägewerke, Papier- und Zellstofffabriken sowie Plattenwerke) ist international erfolgreich und benötigt zusätzlich noch ca. 9 Mio. fm Rundholz aus Importen.

Aufgrund der guten Wirtschaftslage wird für 2017 eine Steigerung des Holzverbrauches prognostiziert. Manche Experten befürchten einen nochmals verringerten Einschlag im Kleinwald, verursacht auch durch die teilweise ungünstige Witterung in der Wintersaison 2016/17. Traditionellerweise meint man, dass die verlorenen Erntemengen des Winters nicht mehr aufgeholt werden können, weil eine Sommerschlägerung nicht gemacht werden sollte. Vor allem die Säge industrie befürchtet schon jetzt, dass die Nachfrage nicht immer bedient werden kann, weil das benötigte Rundholz fehlen wird.

Es gibt allerdings sehr gute Argumente für die Holzarbeit im Sommer. Falls man selbst keine Zeit hat, gibt es genügend Schlägerungsunternehmen, welche die im Sommer beschwerliche Waldarbeit mittels Maschinen verrichten können. Viele Landwirte greifen auf eine maschinelle Holzernte zurück. Schon knapp 14 % der Kleinwaldbesitzer schlägern mittels Harvester.

Detailergebnisse Holzeinschlag 2016

Die Daten des österreichischen Holzeinschlages 2016 im Detail: Auf Sägerundholz entfielen 9 Mio. Efm (54 %), auf Industrieholz 3,2 Mio. Efm (19 %) und 4,6 Mio. Efm auf Rohholz zur energetischen Nutzung (27 %). Der Schadholzanteil am Gesamteinschlag betrug 32 % und ist damit gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken.

Die Kleinwaldbesitzer (Waldfläche unter 200 ha) ernteten 9,6 Mio. Efm und um 3,7 % weniger als im Vorjahr. Im Großwald verringerte sich der Einschlag um 6,5 % auf 5,5 Mio. Efm. Die Österreichischen Bundesforste blieben wie immer nahezu konstant bei 1,6 Mio. Efm.

Nutzen für die Waldhygien

Der Borkenkäfer schlägt im Sommer zu und ein sofortiges Eingreifen bei Befall ist ein absolutes Muss! Das heißt, eine ständige Kontrolle der Wälder ist notwendig. Falls das nicht passiert, ist ein Wertverlust des Holzes durch Verbauung unvermeidbar und man unterstützt eine Vermehrung des Käfers. Wenn man neben den befallenen Bäumen auch die gefährdeten mitnimmt, kann man die Erntekosten im Rahmen halten und eine Vermehrung des Käfers hintanhalten.

Frei Kapazitäten für Schlägerung

Harvester- und Schlägerungsunternehmen haben im Sommer meist freie Kapazitäten, was sich oft in niedrigen Erntekosten auswirkt. Wenn pfleglich und bei trockenem Wetter gearbeitet wird, sind auch die Schäden niedriger als in einem Winter, wo die Böden nicht gefroren sind.

Gute Preise am Holzmarkt

Die Holzindustrie arbeitet das ganze Jahr über konstant und das Holzaufkommen ist jetzt nicht so hoch wie im Winter. Das hat den Vorteil, dass die Preise gut sind und durch freie Kapazitäten der Frächter die Holzabfuhr schnell und problemlos vonstatten geht. Momentan sind die Werkstore der Sägewerke weit geöffnet und auch die Papier- und Plattenindustrie ist aufnahmefähig.

Die Holzverkäufer der Lagerhäuser stehen mit Rat und Tat zur Seite, wenn Sie Informationen rund ums Holzgeschäft benötigen oder wenn Sie einen Schlägerungsunternehmer brauchen, falls die eigenen Kapazitäten nicht ausreichen.

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Autor:
DI Reinhard Pfeffer, RWA